Besuch in Seelow

S e e l o w - ach ja, das ist doch der blaue Gelenkbus – das „Rollende Jugendzentrum" – der von dort aus verschiedene Orte anfährt, unser langjähriges Distriktsprojekt. Ich nehme an, das ist auch Euer Wissensstand.

Vier „Überflieger" aus Böblingen (so genannt von unserer Distriktspräsidentin Marianne Heck) - nämlich Gudrun Gärtner, Ev Maute-Morszeck, Renate Zimmermann und ich (Renate Preiß) – wollten mehr wissen und machten sich am letzten Septemberwochenende mit Flugzeug und Mietwagen auf den Weg dorthin.

Ev chauffierte uns souverän und entspannt vom Flughafen Tegel nach Seelow .Es erwartete uns dort Herr von der Marwitz, der Initiator des Projekts, und sein engster Mitarbeiter Georg Rühle.

Achtzehn Inner-Wheelerinnen, dabei auch Sabine, die mit dem Zug angereist war, und ein begleitender Ehemann besichtigten zunächst gemeinsam „unseren" Bus und eine weitere feste Einrichtung im Nachbarort. Wir erlebten, wie Kinder und Jugendliche von diesem Angebot Gebrauch machen, zu dem es – für uns unvorstellbar – eigentlich keine Alternative gibt. Wir können Fragen stellen, und auch die anwesenden ehrenamtlichen Helfer geben gerne Auskunft.

Uns wird klar, wie wichtig diese Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche hier sind.
Es gibt weit und breit sonst kein Freizeitangebot, und man ist erschüttert, wenn man an die Möglichkeiten bei uns denkt.

An den nächsten beiden Tagen gab es ein interessantes, von Marianne Heck ausgearbeitetes Programm mit Besichtigungen in Frankfurt/Oder, im Kloster Neuzelle und einer weiteren Jugendeinrichtung in Friedersdorf . Gemeinsam mit den Jugendlichen wurde von den Betreuern aus einer abrissreifen „Bruchbude" ein ansehnliches Domizil für die verschiedensten Freizeitaktivitäten geschaffen.

Am Sonntag haben wir die Gedenkstätte „Seelower Höhe", den Ort der letzten grausamen Schlacht des 2. Weltkrieges, besichtigt. Der Zusammenschnitt von deutschen und russischen Wochenschauen hat uns erschüttert und zutiefst betroffen gemacht.

Liebe Freundinnen, wenn man erlebt, mit wie viel Freude und selbstlosem Engagement diese Menschen sich hier einsetzen, ist man doch sehr bewegt. Herr Rühle, ein junger Mann um die vierzig, erzählte mit strahlenden Augen, wie es ihn begeistert, hier Neues schaffen und gestalten zu können.

Es war ein herzliches, gemeinsames Wochenende zusammen mit den anderen Inner-Wheelerinnen (ein weiterer Ehemann – nämlich Hansjörg Frey – war inzwischen auch noch eingetroffen). Wir haben uns verabschiedet mit dem festen Vorsatz, unsere Begeisterung für das Seelow-Projekt in unsere Clubs hineinzutragen.

Fahrt bei nächster Gelegenheit dorthin, liebe Freundinnen, und erlebt selbst, was mit unserer Hilfe möglich ist. Ich habe es selbst erlebt: Davon hören ist eine Sache, aber schauen und erleben ist durch nichts zu ersetzen.

Renate Preiß